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VON MAN ZU MANN Männer gehen in Seminare oder treffen sich in Männergruppen, wo sie hin und wieder unter sich sind. Sollen Männer und Frauen wieder stärker auseinander dividiert werden? Der Leiter des Männerbüros nimmt Stellung zum Thema.
MANN UND FRAU
Noch nie waren Mann und Frau so nahe beisammen wie heute und vermutlich waren auch die Erwartungen aneinander noch nie so hoch wie heute. Früher hat man sich das Paradies vom Herrgott erwartet und heute vom eigenen Partner. Und noch nie hat man sich so oft scheiden lassen wie heute. Die romantische Vorstellung von der Verschmelzung von Mann und Frau und das womöglich in der 11/2-Zimmerwohnung ist eine Überforderung für beide. Meistens wird dann auch noch Verliebtsein mit Liebe verwechselt. Wenn in einer Zeitschrift unlängst die Rede war von "Ehe als lebenslanger Leidenschaft", so ist das, wenn wir ehrlich sind, blanker Unsinn. Das würde kein Mensch auf Dauer aushalten.
Nähe und Distanz Distanz kann zwar entfremden und ängstigen, schmerzen und einsam machen. Distanz kann aber auch befreien und Spielraum schaffen, Überblick ermöglichen, interessant machen und Sehnsucht wecken. Wir sollten uns vom Terror der dauernden Nähe befreien und das Spiel von Nähe und Distanz flexibel handhaben; für erfahrene Eheleute sicher nichts Neues. Die zeitweilige Distanz hilft uns, uns als Person zu erhalten - der Mann als Mann und die Frau als Frau - und die eigene Identität zu pflegen.
Männer unter sich Männerseminare oder -runden sind solche Möglichkeiten, in denen wir als Männer unsere eigene Identität pflegen können. In südlichen Kulturen ist es heute noch zu beobachten: am Dorfplatz stehen die Männer und vor den Haustüren sind die Frauen versammelt. Die Frauen haben ihre Freundinnen, aber was haben wir Männer? Vielleicht ist uns gerade ein Stück eigener Männerkultur verloren gegangen. Das Ziel der Männerarbeit ist nicht, die Männer ihren Frauen zu entfremden, sondern viel mehr als Mann für die Frauen interessant zu bleiben.
Achtung und Respekt
Geschlechtermythen Das christliche Menschenbild ist ein anderes: Wir sind nicht strafweise Mann oder Frau und wir sind nicht dazu verdammt, einander zu finden, um wieder perfekt zu sein. Wir sind als Mann und Frau gewollt, sind verschieden und dürfen verschieden sein. Die Unterschiede sind keine Rache der Götter, sondern sie machen gerade die gegenseitige Anziehung aus. Mann und Frau sind geschaffen, damit sie "fruchtbar sind und sich vermehren" und sich gegenseitig unterstützen. Das ist ein ständiger Weg, ein Prozess, der manchmal lustvoll und leidenschaftlich ist und manchmal auch mühsam und schmerzhaft. Das Ziel ist aber nicht von einer Verschmelzung zu träumen, sondern sich diesem Prozess zu stellen und nicht zuletzt macht das unser Leben spannend.
Lieben und achten
Markus Hofer
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